Der Standort an der Dresdener Straße 16 blickt auf über hundert Jahre Industriegeschichte zurück. Ende des 19. Jahrhunderts als Mühlenbauanstalt gegründet, entwickelte sich hier ein spezialisierter Maschinenbau für die Getreideverarbeitung. Nach 1946 wurde der Betrieb zum volkseigenen Betrieb „Maschinen- und Mühlenbau Wittenberg“ und war in der DDR ein bedeutender Industriebetrieb mit hunderten Beschäftigten und Exporten in viele Länder.
Mit der Deutschen Wiedervereinigung stand der Mühlenbau – wie viele ostdeutsche Großbetriebe – vor einem tiefgreifenden Umbruch. Der Betrieb wurde zunächst von der Treuhandanstalt verwaltet und Anfang der 1990er-Jahre privatisiert. Aus dem einstigen Kombinatsbetrieb entstand ein mittelständisches Technologieunternehmen, das sich auf moderne Mühlen- und Prozessanlagen spezialisierte.
Parallel dazu wandelte sich das weitläufige Werksgelände selbst: Teile werden bis heute industriell genutzt, andere Flächen wurden Schritt für Schritt für neue Unternehmen geöffnet. Aus der früheren Vermögensverwaltung entwickelte sich die heutige Gewerbepark Mühlenbau GmbH, die die Gebäude und Areale als Gewerbeflächen bereitstellt.
Heute ist der Gewerbepark Mühlenbau ein vielfältiger Standort in der Lutherstadt Wittenberg: Historische Industriearchitektur trifft auf moderne Produktion, Logistik und Dienstleistung.
Bestehende Unternehmen können sich hier weiterentwickeln, neue Mieter finden Raum für Wachstum – und führen die industrielle Tradition des Standorts in die Zukunft.
1878 kauft der Maschinenbauer Anton Wetzig eine Eisengießerei in Wittenberg und baut sie zur Mühlenbauanstalt A. Wetzig aus. Schwerpunkte waren Mühlenmaschinen und später komplette Mühlenanlagen, ab 1894 auch für das Ausland. Das ist der Ursprung der späteren Mühlenbau-Tradition am Standort.
1946 wird der Betrieb verstaatlicht und als VEB Maschinen- und Mühlenbau Wittenberg (MMW) weitergeführt. Zwischen 1956 und 1970 wird das Produktionsprogramm erweitert u. a. Schälmüllerei ( Anlagen zur Bearbeitung von Hülsenfrüchten und Reis) und es werden Mühlenanlagen für das In- und Ausland konstruiert. Der Betrieb wird in die großen DDR-Kombinate NAGEMA und „Fortschritt“ eingegliedert, der Name „Mühlenbau Wittenberg“ tritt zeitweise in den Hintergrund. Zur Wendezeit um 1990 hat der Mühlenbau in Wittenberg rund 1.000 Beschäftigte und exportiert Anlagen in über 50 Länder.
Seit den 1950er-Jahren war der Standort an der Dresdener Straße 16 damit ein wichtiger DDR-Industriebetrieb: der VEB Maschinen- und Mühlenbau Wittenberg – mit hunderten Beschäftigten und Exporten in viele Länder.
Nach der Wiedervereinigung geht der Betrieb zunächst in den Besitz der Treuhandanstalt über. Das Gelände des ehemaligen volkseigenen Betriebes wird in mehrere Teile mit unterschiedlichen Besitzern aufgeteilt. Aus einem Teil formt sich die spätere Firma MMW.
Die Firma wird als Maschinen- und Mühlenbau Wittenberg GmbH mit Sitz in der Dresdener Straße 16 im Handelsregister eingetragen und produziert erfolgreich Müllereiausrüstung für den Weltmarkt.
Seit 2011 gehört MMW zur Petkus Engineering GmbH in Wutha-Farnroda und aus ihr wird die MMW Technologie GmbH die als modernisiertes, mittelständisches Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitenden arbeitet und weiterhin Müllereimaschinen und komplette Anlagen baut. Später wird die Firma nach Wutha-Farnroda verlegt. Seit 2020 werden in Wittenberg keine Mühlen mehr gebaut.
Seit den 1990ern findet eine schrittweise Trennung von Produktion (MMW/Technologie) und Immobilien-/Flächennutzung (Vermögensverwaltung → Gewerbepark) statt. Das ist die Basis für den heutigen Gewerbepark Mühlenbau. Die juristische Hülle der früheren Betriebsgesellschaft wurde zur Maschinen- und Mühlenbau Wittenberg Vermögens-Verwaltungs GmbH umgebaut und später in Gewerbepark Mühlenbau GmbH umfirmiert, zum Zweck der Vermietung von Grundbesitz.
Das Gelände an der Dresdener Straße 16 ist sehr weitläufig, so dass zahlreiche Firmen diesen perfekten Standort nutzen können.